Strom

Details zur Stromabrechnung 2016

Da es im letzten Jahr viele Nachfragen zu den Stromrechnungen gab, hier einige detaillierte Erläuterungen zur Berechnungsmethode:

Der Rechnungsbetrag der Stadtwerke Leipzig für den Ablesezeitraum 18.09.2015 – 28.09.2016 betrug 18.519,40 €.

Der am Hauptzähler der Stadtwerke im Verein abgelesene Gesamtverbrauch für das Jahr 2016 betrug 75.123 kWh in 377 Tagen (zum Vergleich der Gesamtverbrauch 2015: 73.812 kWh in 358 Tagen).

Daraus ergeben sich Gesamtkosten je Einheit der Stadtwerke Leipzig von normalerweise 0,25 €/kWh.

Der im Verein abgelesene Gesamtzählerstand beträgt in diesem Jahr jedoch nur 50.563 kWh (Vorjahr: 49.491 kWh), wodurch man rechnerisch auf einen Preis je Einheit von 0,37 €/kWh kommt.

Da wir als gemeinnütziger Verein ausschließlich kostendeckend ohne Gewinnerzielungsabsicht arbeiten, legen wir die tatsächlichen Kosten, die wir an die Stadtwerke zahlen, nur nach dem im Verein abgelesenen Verbrauch um. Dies ist lediglich eine Verkürzung der Rechnung aus Komplexitäts- und Platzgründen. Eine vollständige Rechnung sähe so aus:

(75.123 kWh – 50.563 kWh) * 0,25 = 6.140,00 € (Summe der Verluste zu Preisen der Stadtwerke)

Jedem Stromabnehmer wird nun sein Anteil an diesem Verlust nach seinem Anteil am im Verein abgelesenen Gesamtverbrauch berechnet, also z.B. bei einem Abnehmer mit 100 kWh Verbrauch:

100 / 50.563 = 0,0019777307517355 (Anteil des eigenen Verbrauchs am Gesamtverbrauch)

0,0019777307517355 * 6.180 € = 12,41 € (eigener Anteil der Verluste an den Gesamtverlusten)

100 kWh * 0,25 €/kWh = 25,00 € (Verbrauchspreis zum Preis der Stadtwerke)

Dies ergibt einen Gesamtbetrag von 37,41 € rein für Verbrauch und Verlustanteil.

Rechnet man verkürzt 100 kWh * 0,37 €, kommt man mit 37,00 € auf den gleichen Betrag.

Begründung für die gewählte Art der Umlage der Stromverluste

Die vom Verein gewählte und laut Stromordnung auch zulässige Umlage der Verluste ist der Versuch, eine für die Mehrzahl der Stromabnehmer verträgliche Lösung zu finden, mit den doch recht hohen Verlusten umzugehen. Alternativ könnten die Verluste in gleicher Höhe auf alle Abnehmer umgelegt werden. Bei einer solchen gleichmäßigen Umlage müsste jeder der aktuell 396 Abnehmer eine Verlustpauschale von 15,50 EUR (6.140,00 € / 396) für die vergangene Rechungsperiode und den gleichen Betrag noch einmal als Vorauszahlung bezahlen. Zusammen mit der Instandhaltungsumlage von 20,00 EUR und dem Verwaltungskostenanteil von 1,10 EUR hätte somit unabhängig vom Verbrauch jeder Abnehmer 52,10 EUR bezahlen müssen. Dies belastet vor allem die Kleinabnehmer des Vereins, von denen wir sehr viele haben.

Die Verluste entstehen zum einen einfach aus dem Alter und der Länge des im Verein verlegten Stromnetzes und zum anderen durchaus verbrauchsabhängig. Denn nur wenn Strom fließt, entstehen auch Verluste durch die Widerstände der Kabel (von den Eigenverbräuchen der Zähler abgesehen). Insofern ist eine verbrauchsabhängige Umlage der Verluste durchaus sinnvoll. Würden sich die Kleinabnehmer aus Verdruss über die hohen Sockelkosten abklemmen lassen, würden die Verluste vermutlich in der gleichen Höhe entstehen, müssten dann aber auf weniger Abnehmer umgelegt werden.

Maßnahmen zur Verringerung der Verluste

Wir als Verein sind sehr daran interessiert, die Höhe der Verluste zu verringern. Die Elektroanlage unserers Vereins wurde zum großen Teil noch zu DDR-Zeiten mit allen damals zur Verfügung stehenden Materialien „zusammengestückelt“ und sukzessive erweitert. Zudem gibt es gerade auf den letzten Metern von den vereinseigenen Verteilerkästen in die Lauben die größten Verluste, weil dort teilweise sehr schlechte oder „dünne“ Kabel liegen.

Als konkrete Maßnahme werden wir seitens des Vereins sukzessive alle Verteilerkästen modernisieren und Digitalzähler direkt in die Verteiler installieren lassen, so dass nach dieser Umstellung keine Zähler mehr in den Lauben notwendig sind. Dies erlaubt neben einer vereinfachten Ablesung auch eine präzisere Zuordnung der Verluste auf den letzten Metern, da wir einfach schon vorher messen.

Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, was mindestens vier Jahre dauern wird, werden wir uns die Verluste erneut anschauen und gegebenenfalls eine stückweise Sanierung der Hauptverteilungskabel angehen.

Für genau diese Maßnahmen wird die Umlage verwendet, die jährlich von allen Stromabnehmern gleichermaßen eingesammelt wird.